Zwischen Landwirtschaft, Frausein und der Frage, was uns wirklich verbindet
Ich bin auf einem Bauernhof mit vier Geschwistern aufgewachsen. Landwirtschaft, Natur, Tiere und das Leben mit den Jahreszeiten gehörten für mich von klein auf zum Alltag.
Nach meiner Ausbildung zur Landwirtin zog es mich hinaus in die Welt. Ich reiste durch Zentral- und Südamerika, lebte bei Menschen in einfachen Verhältnissen und arbeitete auf ihren landwirtschaftlichen Parzellen mit. Ich lernte andere Formen des Zusammenlebens kennen, andere Traditionen und einen anderen Umgang mit Natur und Gemeinschaft.
In dieser Zeit begann ich auch, mich bewusster mit meinem eigenen Frausein auseinanderzusetzen. Vieles, was ich zuvor kaum hinterfragt hatte, bekam plötzlich Raum.
Zurück in der Schweiz studierte ich Agronomie. Doch die Neugier auf andere Lebensweisen und Kulturen blieb. Später führte mich mein Weg nach Afrika. In Kamerun lebte und arbeitete ich während 15 Monaten. Diese Zeit hat mich geprägt. Ich durfte viel über die dortige Kultur und Landwirtschaft lernen – und mindestens genauso viel über mich selbst.
In die Ferne reisen und das Eigene neu entdecken
Durch meine Reisen begann ich, nicht nur andere Kulturen und Bräuche zu schätzen, sondern auch unsere eigenen mit neuen Augen zu betrachten.
Welche Geschichten und Traditionen gehören zu uns? Wie haben Menschen hier früher die Jahreszeiten und Übergänge im Leben wahrgenommen? Was ist davon geblieben – und was haben wir vielleicht verloren?
Seit meiner Kindheit faszinieren mich Heilkräuter und die Natur. Über die Jahre habe ich mich immer wieder im Selbststudium und in Kursen mit Pflanzenwissen, Ritualen, europäischen und aussereuropäischen Kulturen und unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens beschäftigt.
Besonders interessieren mich matriarchal geprägte Gesellschaften und die Frage, was entsteht, wenn Gemeinschaft nicht auf Konkurrenz, sondern auf gegenseitigem Tragen, Teilen und Ergänzen beruht.
Ich glaube nicht, dass wir alle alles alleine schaffen müssen.
Ich glaube an die Stärke der Gemeinschaft.
Heute lebe und arbeite ich gemeinsam mit meinem Partner, unseren zwei kleinen Kindern und weiteren Menschen auf einem Bauernhof im Kanton Freiburg.
Landwirtschaft bedeutet für mich weit mehr als Lebensmittelproduktion. Es ist eine Lebenseinstellung. Familie, Arbeit, Freizeit, Nahrungsmittel anbauen und essen – alles ist verbunden und trägt sich gegenseitig. Ein Bauernhof soll auch ein Ort des Lernens, der Begegnung und der Gemeinschaft sein.
Mit Female Farmer möchte ich genau solche Räume schaffen.
Räume, in denen wir das Frausein feiern.
Räume, in denen Kinder die Natur und ihre Kreisläufe erleben.
Räume, in denen Frauen voneinander lernen und ihr Wissen teilen.
Und Räume, in denen Gemeinschaft wieder etwas ganz Selbstverständliches sein darf.
Dabei geht es mir nicht darum, auf alles selbst eine Antwort zu haben. Ich glaube vielmehr daran, dass wertvolles Wissen entsteht, wenn unterschiedliche Erfahrungen und Fachrichtungen zusammenkommen.
Je nach Angebot fliessen deshalb das Wissen und die Erfahrung von Hebammen, Ernährungsberaterinnen, Naturheilärztinnen und weiteren Fachpersonen mit ein. Manche begleiten einen Anlass persönlich, andere wirken bei der Entwicklung und Gestaltung der Inhalte mit.
So entstehen Angebote, die verschiedene Blickwinkel verbinden – mit fundiertem Fachwissen, praktischer Erfahrung und Raum für Austausch.
Denn auch Female Farmer lebt von dem Gedanken, der mich immer wieder begleitet:
Wir müssen nicht alles alleine wissen. Wir dürfen unser Wissen teilen und voneinander lernen.
Frausein feiern. Natur erleben. Gemeinsam wachsen.
Entdecke meine Angebote
Frausein feiern
Übergänge bewusst erleben, Wissen teilen und das Frausein gemeinsam zelebrieren.
Im Rhythmus der Natur
Die Jahreszeiten wahrnehmen, alte europäische Jahreskreisfeste entdecken und gemeinsam feiern.
Frauen in der Landwirtschaft
Praktisches Wissen, ehrlicher Austausch und neue Wege für Frauen, die Landwirtschaft gestalten.
